
Mit einem Trike auf dem französischen Straßennetz zu fahren, erfordert weit mehr als nur einen einfachen Kauf. Zwischen der Klassifizierung des Fahrzeugs, dem erforderlichen Führerschein und dem Homologationsverfahren bringt jeder Schritt spezifische gesetzliche Anforderungen mit sich, die je nachdem, ob das Trike aus der Fabrik kommt oder aus einer handwerklichen Umrüstung resultiert, variieren.
Einzelgenehmigung: der unvermeidliche Schritt für umgebaute Trikes
Ein vom Hersteller homologiertes Trike (Harley-Davidson Tri Glide, Can-Am Spyder, Rewaco) kommt mit einem europäischen Konformitätszertifikat. Der Fahrzeugschein wird dann auf dem klassischen Weg erhalten. Der Fall von Trikes, die aus der Umrüstung eines Motorrads stammen, ist radikal anders.
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Für diese Fahrzeuge verlangt die DREAL eine Einzelgenehmigung (RTI). Der Eigentümer präsentiert das umgebaute Trike einer technischen Konformitätsprüfung. Der Prüfer überprüft die Einhaltung der Norm, die für die Kategorie L5e gilt: Gesamtgewicht, Breite zwischen den beiden Rädern auf derselben Achse, Bremsanlagen, Beleuchtung, Rückspiegel. Wenn das Fahrzeug diese Prüfung besteht, wird ein RTI-Protokoll ausgestellt.
Dieses Protokoll ist das zentrale Dokument für die Zulassung. Es muss zusammen mit dem Konformitätszertifikat des Umbaus, den Identitätsnachweisen des Eigentümers und einem Wohnsitznachweis eingereicht werden. Ohne dieses Protokoll kann kein Fahrzeugschein ausgestellt werden. Zu verstehen, welche Schritte für ein homologiertes Trike erforderlich sind, hilft, jeden Schritt zu antizipieren, bevor man am Schalter feststeckt.
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Norm L5e und technische Anforderungen für ein homologiertes Trike in Frankreich

Die französische Gesetzgebung klassifiziert Trikes in die Kategorie L5e, die der motorisierten Dreiräder. Um in diese Kategorie zu fallen, muss das Fahrzeug bestimmten Kriterien entsprechen, die durch die Norm LR3 Kategorie TM festgelegt sind.
- Ein Gesamtgewicht von weniger als 1.000 kg, was de facto bestimmte überdimensionierte handwerkliche Konstruktionen ausschließt
- Unabhängige Bremsanlagen an jedem Rad (vorne und hinten), die den Anforderungen der Straßenverkehrssicherheit entsprechen
- Ein vollständiges Beleuchtungssystem: Standlichter, Abblendlichter, Bremslichter, Blinker und Reflektoren
- Eine Gesamtbreite zwischen den beiden Rädern auf derselben Achse, die innerhalb der durch die Gesetzgebung festgelegten Grenzen bleibt
Die Rückmeldungen aus der Praxis in den letzten Jahren zeigen eine striktere Anwendung der Kontrollen bei der RTI. Punkte, die früher nur oberflächlich überprüft wurden (Lautstärke, Konformität des Auspuffs, Befestigung der Hinterachse), werden nun gründlich untersucht. Einige Umbauer berichten von Ablehnungen aufgrund von als unzureichend erachteten Schweißnähten oder nicht dokumentierten Federungssystemen.
Diese erhöhte Strenge erschwert die Situation für alte Trikes, insbesondere für solche, die mit einem ausländischen Fahrzeugschein aus Deutschland importiert wurden. Ein in den 1990er Jahren in Deutschland zugelassenes Trike erfüllt möglicherweise nicht die aktuellen Anforderungen der französischen RTI-Prüfung, auch wenn es in seinem Herkunftsland legal unterwegs war.
Führerschein B und 7-stündige Schulung: was die Trike-Vorschriften sagen
Es gibt zwei Zugangswege, um ein Trike der Kategorie L5e in Frankreich zu fahren. Der erste führt über den Führerschein A (Motorradführerschein), der einen direkten Zugang ohne zusätzliche Bedingungen ermöglicht.
Der zweite basiert auf dem Führerschein B, unter kumulativen Bedingungen. Der Fahrer muss seinen Autoführerschein seit mehr als zwei Jahren besitzen und eine praktische Schulung von 7 Stunden bei einer anerkannten Fahrschule absolviert haben. Für Inhaber eines Führerscheins B, der ab dem 19. Januar 2013 erworben wurde, kommt eine Altersbedingung hinzu: Man muss mindestens 21 Jahre alt sein.
Es gibt eine Ausnahme für Fahrer, die nachweisen können, dass sie zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 31. Dezember 2010 ein Leichtmotorrad oder einen Dreiradroller gefahren haben. Der Nachweis muss durch einen Informationsauszug des Versicherers erbracht werden.

Ein oft übersehener Punkt verdient es, hervorgehoben zu werden: die Gleichwertigkeit Führerschein B zu Trike L5e gilt nur in Frankreich. Ein französischer Fahrer, der mit seinem Trike und nur seinem Führerschein B eine Grenze überschreitet, riskiert eine Strafe, da diese Gleichwertigkeit in anderen europäischen Ländern nicht anerkannt wird. Ein Führerschein A bleibt notwendig, um im Ausland zu fahren.
Umbau-Kits und nicht homologierbare Trikes in Frankreich
Nicht alle Trikes sind homologierbar. Umbau-Kits mit Stabilisatoren, die insbesondere in Portugal hergestellt werden und das Hinterrad des ursprünglichen Motorrads beibehalten, sind in Frankreich strengstens verboten. Das durch ein solches Kit modifizierte Fahrzeug gehört keiner Kategorie der europäischen Vorschriften für zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge an.
Der Einbau eines solchen Kits führt zur dauerhaften Nichtkonformität des Motorrads. Das System verändert die technischen Eigenschaften des Fahrzeugs (Geometrie, Schwerpunkt, Verhalten in Kurven) zu tiefgreifend, um als einfaches Zubehör betrachtet zu werden. Keine RTI kann diese Situation regulieren.
Die Konsequenzen sind schwerwiegend: Geldstrafe, Stilllegung des Fahrzeugs, ungültige Versicherung im Falle eines Unfalls. Manche Eigentümer erfahren manchmal erst nach dem Kauf von dieser Realität, insbesondere auf dem Gebrauchtmarkt, wo diese Kits weiterhin im Umlauf sind.
Der französische Markt für Trikes bleibt fragmentiert. Es gibt keinen zentralen Aggregator, der alle homologierten Modelle und anerkannten Umbauer erfasst. Die Überprüfung der Homologation vor jedem Kauf bleibt die einzige zuverlässige Vorsichtsmaßnahme, indem man systematisch das Konformitätszertifikat oder das RTI-Protokoll vom Verkäufer anfordert. Ein Trike ohne eines dieser Dokumente kann niemals legal zugelassen werden.